Special

So
08.01.2023

20 Uhr
Einlass 19 Uhr
Halle

VVK € 12 / AK € 15
zakk Ermäßigung

Zum 100-jährigen Jubiläum der Smyrna-Katastrophe (1922) präsentiert die griechische Choreographin mit Musiker:innen und Tänzer:innen aus Griechenland ihre Neuinterpetation der Rembetiko-Kultur aus Tanz, Live-Musik, Video und Sounddesign.

Rembetiko, heute auch bekannt als der "griechische Blues", entstand vor rund 100 Jahren aus der Symbiose griechischer und osmanischer Kultur. Mit der Vertreibung von hunderttausenden Griech:innen aus dem Gebiet der heutigen Türkei ("Kleinasien") nach Griechenland mischte sich osmanische Musiktradition mit traditioneller griechischer Musik- und Tanzkultur. Der Rembetiko hat sich seitdem fortan weiterentwickelt.

Mit Feingefühl für die griechische wie türkische Perspektive und klarem Statement gegen Spaltung aufgrund religiöser und nationalstaatlicher Animösitäten führt Phaedra Pisimisi das Publikum auf eine künstlerische Reise durch diese Geschichte - angefangen 1922 in Smyrna (heute Izmir). Dabei lenkt sie den Fokus vor allem auf die Perspektiven von Frauen, indem sie aus dem Material von Zeitzeuginnen, wie Filio Heidemenu, schöpft.

Ihre Interpretation aus Tanztheater und live gespieltem Rembetiko erinnert nicht nur an die Folgen eines der größten humanitären Desaster des 20. Jahrhunderts, sondern erzählt auch von der Bedeutung des Rembetiko, seiner heilenden Wirkung für Interpret:innen und Gesellschaft sowie seiner Entwicklung - von Smyrna über die Zeit seines Verbots in der griechischen Militärdiktatur bis heute.

Der Rembetiko ist weltweit als ein herausragendes Beispiel für Erinnerungskultur bekannt und gehört somit zurecht zum UNESCO-Weltkulturerbe. Mit seinen Ursprüngen in einer Region, in der Menschen unterschiedlicher Religion und kultureller Herkunft lange Zeit friedlich zusammenlebten (bevor sie von nationalistischen Kräften auseinander getrieben wurden) ist er ein heute immer noch lebendiges Symbol für Völkerverständigung, gegen Unterdrückung und Verfolgung und ein Mahnmal für das durch Krieg verursachte Leid überall auf der Welt.

Im Anschluss: Live-Rembetiko in der zakk-Kneipe

Choreographie: Phaedra Pisimisi in Zusammenarbeit mit den Tänzern
Live-Musik: "Rebetikon" - Ronia Topalidou, Epaminondas Ladas und Philipp Köbele
Tanz: Giorgos Papadopoulos, Franky Dee und Phaedra Pisimisi
Dramaturgie: Stavros Boutsikas und Ben Lowinski
Sounddesign: Niovi Kitsiou
Bühnenbild: Ria Papadopoulou

Mit freundlicher Unterstützung des Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste und Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf

Veranstalter*innen: Phaedra Pisimisi in Kooperation mit dem zakk