Musik

So. 13.12.2026

20 Uhr
Einlass 19 Uhr
Halle

VVK € 35,20
zakk Ermäßigung

„Am Rest“ ist das zweite Album des Songpoeten Tristan Brusch. Sein Debüt „Im Paradies“ war ein dichtes Elektropop-Album, reich instrumentiert und ein emotionaler Ritt durch alle Lebenslagen. Auf dem Nachfolger verdichten und reduzieren sich Sound und Inhalte. Die Musik kommt meistens akustisch und zurückhaltend arrangiert daher. Und in den Kompositionen geht es vorwiegend um viele Perspektiven auf das große Thema Liebe. Das hat Tristan Brusch mit einem anderen Songpoeten, Leonard Cohen gemein. Und wenn die gezupfte akustische Gitarre des Titelsongs „Am Rest“ vom gleichnamigen Album einsetzt, wähnt man sich in den Sphären des Cohen-Klassikers „Songs Of Love and Hate“. Umso erstaunter ist der Hörende, wenn Brusch im Verlauf des Titels eine fast zweihundert Jahre alte Komposition aus Franz Schuberts „Die Winterreise“ aufgreift: „Die Liebe liebt das Wandern / Wer hat sie so gemacht? / Von der einen zu der anderen / Meine Süße, gute Nacht“. Tristan Brusch hat ein tiefes Wissen um die Musikgeschichte, sicher der Tatsache geschuldet, dass seine Eltern professionelle klassische Musiker*innen sind. Im Schlusssong des Albums erzählt Brusch von seiner Kindheit, geboren ist er in Gelsenkirchen, die Familie zog bald ins behäbig-schöne Tübingen im Schwabenland. Aber die Eltern sind als Musiker*innen viel unterwegs: „91 in Dänemark / Wir wohnen im Wohnwagen / Mama & Papa spielen Konzerte jeden Abend / und ich darf neben Oma warten“. Möglicherweise sind die intensiven Lyrics von Tristan Brusch auch von dem Tübinger Dichter Hölderlin inspiriert, der wahnhaft schöne Texte schrieb. Mit den Alben „Am Wahn“ und „Am Anfang“ setzte Tristan Brusch seine dunkel-romantische Album-Trilogie fort.
In der langen Musik-Historie verwurzelt, ist Tristan Brusch indes ein sehr gegenwärtiger Künstler. Sein Storytelling ist dicht wie das der großen zeitgenössischen Rapper. In einem Interview mit „Galore“ spricht Brusch über Kendrik Lamar und klagt, dass er in der deutschen Szene eine Dringlichkeit vermisse, die sich in den Songs des US-Künstlers finde. Zudem kann Tristan Brusch nicht nur romantisch, sondern auch wütend. Der Refrain von „Die Krone der Schöpfung“ zeugt vom Frust an sich selbst und den selbstverliebt-hedonistischen Mitmenschen: „Ich bin der König vom Paradies / Halt die Schnauze und genieß’ / Ich bin die Krone der Scheiße / Ich bin die Krone der Scheiße“. Mit Tristan Brusch kommt der herausragende Vertreter einer neuen Generation an Singer-Songwritern zu Lieblingsplatte, und „Am Rest“ steht stellvertretend für seine Version moderner Lied-Kunst.

Tracklisting „Am Rest“:

1. Zwei Wunder am Tag
2. Der Abschaum
3. Am Rest
4. So Weit Weg
5. Ein Wort
6. Schönleinstrasse
7. Krone der Schöpfung
8. SM Jugend
9. Einer liebt immer mehr
10. 2006
11. Das Leben Ist So Schön

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