Musik

Do. 10.12.2026

20.30 Uhr
Einlass 19.30 Uhr
Halle

VVK € 41,80
zakk Ermäßigung

Zum zehnten Jubiläum gibt es eine Premiere: erstmals führt eine Band ein zweites Album aus ihrem Euvre bei Lieblingsplatte auf. Vor neun Jahren brachte Blumfeld ihr Debütalbum „Ich-Maschine“ bei uns auf die Bühne. Nun bewegen wir uns weiter in der Bandgeschichte, „Testament der Angst“ markiert ihr viertes Album, eines ihrer erfolgreichsten, sowohl künstlerisch wie auch kommerziell. Opener und Single aus dem Album ist der Song „Graue Wolken“. Im Video zum Song wird der Tagesablauf einer Schülerin gezeigt, am Ende hört sie sich die Single zum Track auf ihrem Plattenspieler an, betrachtet in Ruhe das Cover. Blumfeld sind mit „Testament der Angst“ bei sich angekommen, die Musik des Albums strahlt wie das Video eine Ruhe und Ausgewogenheit aus. Die kratzenden und knarzenden Indie-Gitarren aus der Frühphase ihrer Karriere sind verschwunden, auf dem Album sind Streicherparts und Backgroundchöre zu hören. Das Subversive, das Provozierende und Sperrige lauert in den Lyrics und Songkonstruktionen. Allein der Album-Titel ist ein Statement, lässt auf eine Sammlung von düsteren introvertierten Songs schließen - doch die Themen und Gefühlslagen sind komplex. Bei „Testament der Angst“ handelt es sich um ein Konzeptalbum: Thema ist die Reise von der individuellen Angst hin zur Liebe und dem Gegenüber. „Liebe ist der Versuch, sich zu Verstehen. Liebe ist eine Technik und ein System“. In „Wellen der Liebe“ und „Weil es Liebe ist“ geht Jochen Distelmeyer diesem komplexen Gefühl auf den Grund. In anderen Songs wie „Testament der Angst“ und „Eintragungen ins Nichts“ steht indes die Furcht in allen ihren Varianten im Vordergrund: „Ich hab Angst vor Deutschland/ Ich hab Angst vor Europa / Den USA und der Nato /Und vor ihren Interessen / Ich hab Angst vor den Reichen / Ich hab Angst vor den Armen/ Angst vor der Geschichte/ Und davor sie zu vergessen“. Doch die Musik, und das sind die „neuen Blumfeld“ seit dem Vorgängeralbum „Old Nobody“, ist meist Pop-orientiert und setzt auf Wohlklang. So werden Zeilen wie „Ich will die Wahrheit sagen / Darf ich ganz offen sein / Ich will Prozac haben / Ich habe Angst davor / Wie es weitergeht / Und vor dem Alleinesein“ von einem groovenden Shuffle-Beat unterlegt, während der weibliche Background-Chor in Call & Response-Phrasen die Panikattacken des Protagonisten bestätigt.
Blumfelds Songschreiber Jochen Distelmeyer setzt auf die ganze Bandbreite menschlicher Gefühle, nach einem Parforceritt durch alle Emotionen, zu denen ein Mensch fähig ist, tröstet er mit einem Gute-Nacht-Lied. Zu dezenten Orgelklängen singt er Hanns Dieter Hüschs „Abendlied“: „Wildes Pferd springt nach Haus / Altes Kind kommt nach Haus / Die Lampen leuchten - der Tag ist aus“.
Blumfeld ist die Band, die im Anschluss an ihren Auftritt bei Lieblingsplatte vol. 2 mit „Ich-Maschine“ beschloss, ihre Bandkarriere wieder aufzunehmen. Dass sie nun zum zweiten Mal bei unserem Festival zu Gast ist, macht uns unendlich stolz.

Tracklisting „Testament der Angst“:

1. Graue Wolken
2. Weil Es Liebe Ist
3. Eintragung ins Nichts
4. Anders als glücklich
5. Testament der Angst
6. Die Diktatur der Angepassten
7. Der Wind
8. Wellen der Liebe
9. Abendlied

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Veranstalter:innen > zakk