Wort & Bühne

Mi
25.01.2023

20 Uhr
Einlass 19 Uhr
Studio

Eintritt frei

Als Eric Hobsbwam 2012 im Alter von 95 Jahren in London starb, war er seit langem ein international anerkannter und vielgelesener Historiker, dessen Bücher nicht nur in Großbritannien und den USA, sondern auch in Indien und Brasilien, Japan, Deutschland und vielen anderen Ländern mehr als nur einer kleinen akademischen Fachwelt ein Begriff waren.

Mit das „Zeitalter der Extreme“ hatte er 1994 eine Deutung des „kurzen zwanzigsten Jahrhunderts (1914-1991) vorgelegt, die sich gegen die zeitgleiche antikommunistische Interpretation von Francois Furet (Das Ende der Illusionen) durchgesetzt hat. Doch war Hobsbwams Lebensweg ebenso wechselvoll und mühsam wie seine akademische Laufbahn.

Wie kaum ein anderer Historiker hatte er große Teile der Welt im Blick, Europa und Nordamerika, Ost- und Südasien und nicht zuletzt Lateinamerika, wo der gerade gewählte Präsident Lula da Silva einer seiner Bewunderer ist. Frühzeitig erkannte er, dass die klassische, auf die Industriearbeiter gestützte Arbeiter:innenbewegung ein eine Grenze gestoßen und der Nationalismus (nicht nur) in Europa ein gefährliches Comeback erlebte. Feministische Forschungs- und Politikansätze blieben ihm hingegen fremd.

Florian Weis ist Historiker mit Schwerpunkt zur neueren und neuesten britischen und deutschen Geschichte, zum Antisemitismus und zur jüdisch-linken Geschichte und Gegenwart. Er hat zu den Nachkriegsplanungen der britischen Labour im Zweiten Weltkrieg promoviert „And now – win the Peace“) und arbeitet seit 1999 in verschiedenen Funktionen in der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Veranstalter*innen: zakk