März

30.03.10 Dienstag
20.00 Uhr
Studio
Lesung und Ausstellung 

LAUTLOS-JA SPRACHLOS-NEIN: GRENZGÄNGER ZWISCHEN DEUTSCHLAND UND KOREA

Der Autor Martin Hyun, Sohn koreanischer Gastarbeiter und gebürtiger Krefelder, bereichert die Integrationsdebatte mit seinem persönlichen, deutsch-asiatischen Blick. Mit Fotoausstellung "Doljabee"

2008 erschien Martin Hyuns Buch „Lautlos-Ja Sprachlos-Nein: Grenzgänger zwischen Deutschland und Korea“, in dem er über die Integrationsgeschichte der Koreaner erzählt. Mit scharfem Blick und viel Humor beschreibt Hyun seine eigene und die Situation seiner Landsleute. Die Mehrheit der Deutsch-Koreaner hat den Wechsel vom Arbeiter zum Akademiker innerhalb nur einer Generation vollzogen. Doch obwohl Deutsch-Koreaner als Musterbeispiel gelungener Integration gelten und alle Kriterien erfüllen, die die Bundes-regierung für ein Leben in Deutschland voraussetzt, sind sie ein Beispiel dafür, dass Sprache und höhere Bildung keineswegs Erfolgsgaranten für eine Integration in die Gesellschaft sind. Es ist ein anrührendes wie informatives Buch über ein hochaktuelles Thema, der den wegen ihrer Unauffälligkeit gern übersehenen Grenzgängern zwischen Korea und Deutschland Hyun erstmals eine Stimme verliehen hat. Ein witziges, ironisches und scharfsichtiges Buch über die Erfahrungen in zwei Gesellschaften, in denen Martin Hyun zuhause und manchmal auch ganz schön fremd ist. 

Stimmen zum Buch:
Seyran Ates: „Auf dieses Buch haben wir lange gewartet. Endlich ist es da und macht hoffentlich den Anfang für viele andere Bücher. Martin zeigt uns, dass die Integrationsfrage keine Frage von Türken und Deutschen ist, sondern eine Frage von den „Anderen“. Und dazu gehören alle Sprachen, Kulturen und Religionen, die in diesem Land vorhanden sind. Mit diesem Buch wird die Integrationsdebatte eine neue, überfällige und richtige Wendung bekommen. Danke für dieses wunderbare Buch.“
Cem Özdemir: „Martin Hyun schenkt uns einen persönlichen und spannenden Einblick in die Lebenswelten deutsch-koreanischer Migranten, deren Erfahrungen im Integrationsdiskurs in Deutschland bislang leider kaum beachtet wurden. Das dürfte sich mit diesem Buch ändern.“
Wladimir Kaminer: „Das Buch ist jetzt schon wichtig und gut!“

Martin Hyun,
1979 in der Samt- und Seidenstadt Krefeld geboren, Sohn koreanischer Gastarbeiter, Bildungsausländer, glücklicher deutscher Staatsbürger, studierte Politik und International Relations in den USA und Belgien, war der erste koreanischstämmige Bundesligaspieler in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und Junioren Nationalspieler Deutschlands. Im Europäischen Jahr des interkulturellen Dialog 2008 engagierte er sich als Botschafter in Deutschland. Er gehört dem Programm für Führungskräfte aus Migrantenvereinen der Bertelsmann Stiftung an und nahm als ein Vertreter der Koreaner in Deutschland an der Jahreskonferenz 2008 Forum Demographischer Wandel teil, die von Bundespräsident Horst Köhler initiiert wurde.


Doljabee-Projekt von Felix Park
Neben der Lesung wird auch die Porträtserie „Doljabee“ präsentiert. Bei diesem künstlerisch-dokumentarischem Projekt des Fotojournalisten Felix Park werden Kleinkinder mit unterschiedlichem Migrationshintergrund fotografiert. Darüber hinaus werden deren Eltern nach ihren Wünschen und Plänen für ihren Nachwuchs befragt. Thematisiert werden vor allem die Themen Bildung und Integration. Den Rahmen bildet ein Brauch, den man in Korea traditionell während des ersten Geburtstages (koreanisch: Dol) zelebriert: Auf einem Geburtstagstisch befinden sich mehrere Gegenstände (Stift, Pinsel, Geldschein, Garn etc.). Jedes dieser Gegenstände repräsentiert eine berufliche Richtung bzw. Wohlstand oder ein langes gesundes Leben. Man lässt das Kind nach einem Gegenstand greifen und erhofft sich durch die Auswahl Erkenntnisse über die Zukunft des kleinen Erdenbürgers zu gewinnen.

Felix Park wurde 1970 in Bochum geboren. Er wuchs in Wolfsburg auf und studierte Betriebswirtschaftslehre an der FU Berlin. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Projektmanager bei Daimler-Chrysler machte sich der Deutsch-Koreaner 2007 in Berlin als Fotojournalist und Kunstvermittler selbständig. Er organisiert Ausstellungen und arbeitet an verschiedenen Porträtserien, unter anderem „koreaneuropean“ und „doljabee“.
Eintritt: frei
Veranstalter: zakk & VHS Düsseldorf in Kooperation mit dem Verein der Koreaner in Duesseldorf e.V. & Kyoposhinmun